Bildungsreisen der SLV NRW
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- 2002: China – Mongolei – Russland
- 2003: Kamerun
- 2008/2009: Südtirol
- Bildungsreisen organisiert durch die SLV NRW
Die ersten Bildungsreisen der SLV NRW entstanden zufällig nach Erzählungen einzelner Mitglieder des Vorstands über eigene Projekte. Ich erzählte über den Schüleraustausch meiner Schule mit Schulen in Shanghai und Beijing. Daraus entstand der Wunsch einer Reise nach China.
2002: China – Mongolei – Russland
Dieser wurde schnell realisiert, und 2002 fand die erste Bildungsreise der SLV NRW statt. Es wurde eine Reise von Shanghai nach Beijing und von dort durch die Mongolei bis nach Irkutsk am Baikalsee. Unsere Aufenthalte in Shanghai und Beijing wurden von den jeweiligen Partnerschulen, der Nanyang High-School in Shanghai und der Bayi High-School in Beijing organisiert mit intensiven Schulkontakten eine ganze Woche lang. Die Schulleiterin in Beijing organisierte dann unsere Weiterfahrt mit der Transsibirischen Eisenbahn über einen Zwischenstopp in Ulan Bator, der Hauptstadt der Mongolei, bis nach Irkutsk. Beeindruckend war in Ulan Bator unser Besuch der Goethe-Schule mit Deutsch und Englisch als Fremdsprachen. Weiter ging es dann bis nach Irkutsk, wo wir zum Abschluss bei Wissenschaftlern des Baikalsee Institutes wohnten.
Diese Erfahrung führte immer wieder zu dem Wunsch weiterer Reisen.
2003: Kamerun
Delegationsreise von Vorstandsmitgliedern der SLV NRW zum Besuch von Schulen und anderen Bildungseinrichtungen in den anglophonen Provinzen in Kamerun
Immanuel Fritzen war mehrere Jahre als Lehrer und Entwicklungshelfer in Kamerun gewesen, bevor er nach einiger Zeit in Deutschland und im Vorstand der SLV NRW Schulleiter der deutschen Schule in Taipei wurde. In Kamerun war er für den Aufbau der naturwissenschaftlichen Sammlungen zuständig und machte dies mit fachlicher Systematik. Alles hatte seinen Platz und war katalogisiert. Als wir über ihn zu einer Delegationsreise unseres Vorstandes nach Kamerun in seine ehemalige Schule kamen, war dort alles noch so, wie er es verlassen hatte. Es war eine hoch interessante und spannende Zeit, in der wir weitere Schulen in dem anglophonen Landesteil Kameruns kennenlernten, Ministerien und lokale Schulbehörden besuchten und viele Kontakte auch mit Einladungen in die Familien hatten. Unvergessen bleiben wird die Erfahrung, wie zwei Systeme, das staatliche und die Dorfstrukturen, damals nebeneinander lebten. Ein Lehrer, den wir bei einer naturwissenschaftlichen Fortbildung über ein in Südafrika entwickeltes Schülerexperimentierset kennenlernten, war in der Woche Lehrer an seiner Schule und am Wochenende der Häuptling seines Dorfes mit allen Befugnissen, die dazu gehören. Es war faszinierend, ihn in seiner Häuptlingstracht zu sehen, die er extra für uns angezogen hatte.
2008/2009: Südtirol
In ESHA, der Europäischen Schulleitungsvereinigung mit 47 Mitgliedern aus 36 Ländern von Lissabon bis Moskau und von Norwegen bis Sizilien hatte ich als ESHA-Präsident die Regionalisierung als neue Struktur entwickelt.
Ein erstes Ergebnis war dann 2008 die von der ESHA Regionalbeauftragten Margret Rössler geleitete erste ESHA-Konferenz der deutschsprachigen Länder in Europa mit Delegierten aus Belgien, Deutschland, Italien, Luxemburg, Österreich, Rumänien, Ungarn und der Schweiz.
Aus dieser Konferenz heraus ergab sich eine Einladung unseres Vorstandes nach Südtirol.
Erika Risse war dort schon als Coach und Fortbildnerin bekannt und organisierte diese Bildungsreise nach Meran, Tramin und ins Pustertal, wo wir ein effizientes integratives, inklusives System der Verbundschulen kennenlernten, von kleinen einklassigen Bergschulen bis zu einem großen System in Meran. Die Schulorganisation umfasste jeweils ein ganzes Tal, eine Organisationsform, die den PISA-Schnitt ganz Italiens deutlich verbesserte, während Deutschland sich bis heute im Weltranking stetig verschlechterte. Als besonders spannend zeigten sich die neu entwickelten Leitungsstrukturen für Schulverbünde, wie auch die für deutsche Verhältnisse ungewohnten gleichberechtigten Kommunikationsstrukturen zwischen dem Kultusministerium und der Leitung dieser Südtiroler Schulleitungsvereinigung.
Nach diesen frühen Auslandsfahren dauerte es einige Jahre, bis durch die Mitgliedschaft unserer Organisation in der europäischen Schulleitungsvereinigung ESHA und der Weltschulleitungsvereinigung ICP viele Kontakte in Europa und weltweit entstanden. Die Teilnahme einiger unserer Mitglieder in internationalen Projekten führte zu dem Wunsch, Bildungsreisen durch die SLV NRW zu organisieren. Dies griff der Vorstand auf, und schon ab 2011 konnte mehrere Fahrten angeboten werden.
Diese Reisen fanden in den Oster- oder Herbstferien statt und waren so geplant, dass möglichst viele Kontakte mit Schulen und Institutionen des jeweilig besuchten Landes wichtiger Bestandteil der Fahrten wurde. Ein besonderes Zusatzangebot gab es bei einigen Reisen für unsere pensionierten Mitglieder im Anschluss an die für alle ausgeschriebenen Fahrten: Indien, Bhutan und Mustang nach Nepalfahrten. An die Reise nach Chile schloss sich eine Fahrt zu den Osterinseln an.
Bildungsreisen organisiert durch die SLV NRW
Folgende Bildungsreisen wurden in der Vergangenheit angeboten:
Die Bildungsreisen nach Nepal
Margret Rössler, Mitglied des Freundeskreises Nepal in Münster, hatte eine Schulpartnerschaft ihrer Schule mit der Bright Futur School in Naikap geschlossen und nutzte ihre Kontakte, um die Voraussetzungen für mehrere SLV NRW Nepalfahrten zu schaffen. Daraus entwickelten sich folgende Reisen:
- 2011: Nepal und Indien
- 2012: Nepal Tibet und Bhutan
- 2013: Nepal und Mustang
2015: Vierte Studienreise nach Nepal
Beginn und Ausgangspunkt aller Reisen war der Besuch der Bright Future School in Naikap/Kathmandu ebenso wie die Vorstellung des Patenkind-Programms des Freundeskreises, das den ärmsten Kindern der Region den Besuch dieser Eliteschule ermöglichte. All dies in Zusammenarbeit mit dem bedeutenden Schamanen Mohan Rai, der in seiner Funktion im Leitungsteam der Schule war. Nach der Besichtigung der Weltkulturerbestätten in Kathmandu und Bhaktapur ging die Rundreise über den Süden zum Chitwan Nationalpark mit den vom Aussterben bedrohten Panzernashörnern, weiter über Pokhara, dem Tor zur Annapurna Range zurück nach Kathmandu. Diese Fahrten ermöglichten uns immer auch einen Blick auf den Mount Everest. Die Anschlussfahrten für Pensionäre gingen nach Bhutan, dem „glücklichsten Land der Welt“, dem Land mit einem Bruttonationalglück gegen Stress und Hektik im Alltag, und nach Indien in das Goldene Dreieck.
Bei einer Nepaltour verließ eine kleine Gruppe zwischendurch die Rundreise für eine Himalaya Treckingtour im Königreich Lo in Mustang.
Besonders spannend war die Tibetreise. Kurz vor unserer Ankunft wurde Tibet aus politischen Gründen für Einreisen gesperrt. Unsere Fahrt war kurzzeitig gefährdet, doch unser Reiseleiter Narayan schaffte es, uns ins Land zu bringen und Tibet zu erleben. Während unserer Fahrt war die militärische Präsenz Chinas allgegenwärtig, sei es bei Tempeln und Klöstern, sei es bei Restaurants und Hotels und auf allen öffentlichen Plätzen. Die Erfahrung mit der extremen Höhe mit bis zu 5400 Meter erwies sich dann als die größte Herausforderung in der wunderbaren Höhenlandschaft mit den eindrucksvollen Farben und großartigen Weiten.
Weitere Fahrten
2014: Mit der SLV nach Chile und den Osterinseln
Von der Atacama Wüste über Santiago und andere Städte mit viel deutscher Vergangenheit bis nach Patagonien ist Chile ein faszinierendes Land, besonders interessant mit unserem Abstecher zu den berühmten Moais der Osterinseln. Es war am Flughafen in Santiago ein trauriger Abschied der „noch nicht Pensionierten“, die gerne mit uns auf die Osterinseln geflogen wären.
2019: Märchenhaftes Usbekistan
Nach einer privaten Urlaubsreise nach Usbekistan beschlossen wir, diese Fahrt entlang der alten Seidenstraße auch als Bildungsreise für unsere Mitglieder anzubieten. Wolfgang Gruhn organisierte diese beindruckende Fahrt zum Aralsee und im weiteren Verlauf entlang der alten Seidenstraße. Ein Höhepunkt dieser Fahrt war die Einladung in die Khiva District School No 3 in der Khorzem Region. In dieser Schule mit Deutschunterricht wurden wir vom Schulchor mit unserer Nationalhymne empfangen und verbrachten viele Stunden im Unterricht und in Gesprächen mit Schülerinnen und Schülern und dem Kollegium. Was uns und die Schule besonders freute, war, dass wir der Schule mit der Spende eines Beamers einen Herzenswunsch erfüllen konnten.
Nach 2019 konnten mehrere Jahre wegen Covid keine Fahrten mehr angeboten werden.
Ab 2024 wurden dann wieder erste Begegnungen von Joan Krebs-Schmidt über ESHA mit den Niederlanden aufgenommen, und gegenseitige Besuche schlossen sich an.
Programme und Berichte zu den Bildungsfahrten befinden sich in der Dokumentation.
Dr. Burkhard Mielke
